„Einzug einer neuen Streitkultur“
Prominente Unterstützung auf Münchener Mediations-Symposion


Prominente Unterstützung hat die Lösung von Konflikten außerhalb von Gerichten am Freitag auf dem Symposion des Contarini-Instituts der FernUniversität in Hagen und der Deutschen Gesellschaft für Mediation gefunden. Rund 220 Mediatoren aus ganz Deutschland waren zu diesem Treffen nach München gekommen, um vor allem über die Zukunft der Mediation und ihre Professionalisierung zu diskutieren und der Feierstunde zur Vergabe des Ausbildungsstipendiums Mediation beizuwohnen.

Die Mitglieder der Stipendienjury, I.H. Dr. Gabriele Inaara Begum Aga Khan und die Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, sprachen sich dafür aus, mehr als bisher von dieser Form der Konfliktlösung Gebrauch zu machen. Gerade in Zeiten, in denen es üblich sei, auch bei kleinsten Streitigkeiten Gerichte anzurufen, biete sich Mediation als ein Verfahren an, bei dem nicht eine der beiden streitenden Parteien Recht bekomme und die andere in der Regel unzufrieden sei, unterstrich die Begum. Vielmehr sorge der Mediator dafür, dass eine für alle befriedigende einvernehmliche Lösung gefunden und gegenseitiger Respekt gewahrt werde.
Ähnlich äußerte sich die Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch. Die Mediation erfülle die Forderungen unserer Zeit, weil sie die Grundlagen dafür schaffe, dass Menschen - auch unterschiedlicher Kulturen - untereinander Frieden schließen. Es gebe zahlreiche Gerichte, doch kein Anwalt und kein Richter sei in der Lage, sich derart in die Situation der Streitenden zu versetzen, wie es ein Mediator könne. Der Mediation als Mittel der außer- oder vorgerichtlichen Streitschlichtung gehöre die Zukunft. Deshalb sei sie vorbehaltos zu unterstützen.

von links nach rechts: Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland Charlotte Knobloch, I.H. Dr. iur. Gabriele Inaara Begum Aga Khan, Stipendienpreisträger Christian Spies, die Förderpreisträger Mildred Girndt und Daniel Bertels, Prof. Dr. iur. Katharina Gräfin von Schlieffen


Nach Angaben der Direktorin Contarini-Instituts für Mediation, Katharina Gräfin von Schlieffen, hat Mediation in den vergangenen Jahren vorwiegend bei der Konfliktlösung im familiäreren Bereich, bei Scheidungen, bei Nachbarschaftsstreitigkeiten oder bei Erbschaftsauseinandersetzungen an Bedeutung gewonnen. Zudem sind Mediatoren zunehmend in Umweltfragen, in der Wirtschaft, so bei Insolvenzen, und im Arbeitsleben gefragt.
Derzeit gibt es in Deutschland und 6000 niedergelassene und ehrenamtliche Mediatoren. Unersuchungen zeigen, dass zwischen 75 und 80 Prozent der Mediationsverfahren erfolgreich abgeschlossen werden können. Dass Mediation als ein Zukunftsmodell vorgerichtlicher Einigung betrachtet wird, zeigt auch die Tatsache, dass einige Rechtsschutzversicherer sich inzwischen bereit erklärt haben, die Kosten einer außergerichtlichen Mediation zu übernehmen. Nach Überzeugung von Gräfin von Schlieffen tragen gerade Vereinigungen wie die Deutsche Gesellschaft für Mediation dazu bei, dass in Deutschland eine neue Streitkultur Einzug hält.

Weiter Informationen unter:
Contarini-Institut der FernUniversität in Hagen
Universitätsstr. 21, 58084 Hagen
Tel: 02331/987-2878
Fax: 02331/987-395
contarini@fernuni-hagen.de


 

Film zum Symposium 2008:
als WMV (09:51 min / 44,0 MB)

Sollten Sie mit obiger Datei Probleme haben können Sie sich alternativ den Film auch als Real Video Stream ansehen:
http://video.fernuni-hagen.de:8080/ramgen/oerv/mediation/symposion2008.rm


 

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